Konzerte für Cottbus - persönliches Erlebnis einer Theaterfreundin

Ekaterina Kakaulina (Flöte) und Alexander Muhr (Klarinette) auf dem Schillerplatz hinter dem Großen Haus Foto: Marlies Kross

Am 09. Juli fand auf dem Schillerplatz der letzte Auftritt von Musikern des Philharmonischen Orchesters (Ekatarina Kakaulina-Flöte und Alexander Muhr-Klarinette) in der Reihe "Musik für Cottbus" statt.
Die Theaterfreundin G.F. war bei diesem musikalischen Intermezzo dabei und hat uns nachfolgendes Erlebnis mitgeteilt.

 

"Als das letzte der kleinen Konzerte "quer durch die Stadt" hinter dem Theater stattfinden sollte, drohte ein Gewitter oder zumindest eine heftige Dusche, sodass sich die immer zahlreicher  zusammenströmenden Fans trockene Plätze sicherten: unter den Bäumen oder gleich unter dem Zelt. Dorthin hatten auch eine Freundin und ich unsere mitgebrachten Stühle getragen, ohne noch zu wissen, wie sich die Künstler-innen stellen würden. Links neben uns gab es ein echtes Picknick. Junge Leute beiderlei Geschlechts hatten unter dem Zelt mehrere Decken ausgebreitet, auf denen sie lagerten. Dazwischen ein Tischchen mit Essen und Getränken und zwei Fahnen. Eine davon unschwer zu erkennen als die Fahne der Europäischen Union, die andere eine Trikolore mit einem mir unbekannten Emblem. Fußballfans hätten sie sicher sofort als die Fahne Kroatiens ausgemacht...
Sie schienen von all dem Trubel, der sich anbahnte, nichts zu bemerken.
 
Der nun erschienene Klarinettist wusste nicht so recht, was zu tun sei. Schließlich war das seine ihm zugesagte Bühne und er entschloss sich, die jungen Leute zum "Abzug" aufzufordern. Diese, vor allem die Mädchen, rafften in Windeseile Decken und Flaschen zusammen, als plötzlich eine uns allen bekannte Stimme ertönte. Ein freundlicher älterer Herr redete auf die internationale Gruppe ein: "Aber wo wollt ihr denn hin? Es gibt doch jetzt ein Konzert! Musik. Das wird euch gefallen! Bleibt doch hier." Und wie schon oft passierte es auch hier. Michael Beckers Stimme beruhigte und die jungen Leute stoppten den Rückzug, ließen allerdings genug Platz für die Musikanten.
Während des Konzerts ließ ich ab und zu den Blick nach links zu ihnen schweifen: ein aufmerksameres Publikum konnten sich Frau Kakaulina und Herr Muhr nicht wünschen.“

THEATERTREFF vom 19.10.2020

Die Theaterfreunde waren froh und glücklich, dass der geplante THEATERTREFF mit den Opernsängerinnen, der eigentlich für April geplant war, nun im Oktober in der Theaterscheune stattfinden konnte. Entsprechend den Infektionsschutzregelungen des Staatstheaters Cottbus durften nur 40 Mitglieder unseres Theatervereins an dem THEATERTREFF teilnehmen.

So begrüßten die Anwesenden ganz herzlich die Mezzosopranistin Rahel Brede und die Sopranistin Mirjam Miesterfeldt sowie die Moderatorin Gabi Grube.

Es war ein interessanter Abend mit vielen Neuigkeiten aus dem künstlerischen und auch privaten Leben der beiden Sängerinnen. Zum Abschluss des Abends sangen sie zur Freude des Publikums das Wiegenlied aus der Oper HÄNSEL UND GRETEL.

Für unsere Mitglieder und weitere Interessenten, die nicht teilnehmen konnten, wurde die Veranstaltung aufgenommen.

Viel Freude bei dem Anschauen der nachfolgenden Videos!

  • Theatertreff vom 19.10.2020 (1)  [53,33 MB]
  • Theatertreff vom 19.10.2020 (2)  [93,03 MB]
  • Theatertreff, vom 19.10.2020  [84,26 MB]
  • Theatertreff vom 19.10.2020 (4)  [42,99 MB]

Ein herzliches Dankeschön an die Mitglieder des Theatervereins -Sonderveranstaltung MIT ABSTAND DAS BESTE

Es ist eine lange Tradition, dass kurz vor Ende jeder Spielzeit die Mitglieder des Vereins der Freunde und Förderer des Staatstheaters Cottbus e.V. zu einer Sonderveranstaltung des Staatstheaters Cottbus in die Theaterscheune eingeladen werden. Mit dieser Veranstaltung bedanken sich die Theaterleitung, die Künstler und die weiteren Mitarbeiter des Theaters für die engagierte und großzügige Unterstützung der künstlerischen Arbeit unseres einzigartigen 4-Sparten-Theaters.

 

In diesem Jahr schien es lange so, dass die „Dankeschönveranstaltung“ durch die Corona-Einschränkungen nicht stattfinden kann. Doch dann lächelte die Theatermuse der Theaterleitung zu: Im Zuge der Lockerungen der Corona-Beschränkungen erhielt das Theater vor kurzem die Genehmigung, für eine begrenzte Besucherzahl unter Beachtung der Sicherheitsempfehlungen Open-Air-Aufführungen im Hof der Alvensleben-Kaserne zu zeigen.

 

So freuten sich die Mitglieder des Theatervereins riesig, als sie vom Intendanten Dr. René Serge Mund eine Einladung für eine exklusive Veranstaltung im Rahmen des Sommertheaters MIT ABSTAND DAS BESTE erhielten. Durch die begrenzte Teilnehmerzahl konnten leider nicht alle an der Veranstaltung interessierten Mitglieder teilnehmen.

Am Abend des 22. Juni war es dann soweit, dass die Mitglieder des Theatervereins nach langer Theater-Abstinenz endlich wieder die Musiker*innen, Solisten*innen, Schauspieler*innen und Tänzer*innen live erleben konnten. Das Programm WIR SIND WIEDER DA bereitete dann dem Publikum großen Spaß und Freude.

Nach Beendigung des Programms danke der Vorsitzende des Theatervereins Jörg Rohde der Theaterleitung und den Mitwirkenden des Programms für diesen besonderen Abend  herzlich. Zugleich überreichte er gemeinsam mit dem Schatzmeister Rüdiger Albert eine Zuwendung des Theatervereins an das Staatstheater in Höhe von 15.000 Euro an den Intendanten Dr. Serge Mund. Diese finanzielle Zuwendung soll die Finanzierungslücke für die Gastkünstler verringern, die für die Inszenierungen „Die Csárdásfürstin“, „Der fliegende Holländer“, „Antifaust“, „Casanova“ am Staatstheater langfristig gebunden wurden und deren Aufführungen durch die Corona-Pandemie gegenwärtig nicht stattfinden können.

 

Da für den Intendanten und geschäftsführenden Direktor des Staatstheaters Cottbus, Dr. René Serge Mund, zum Ende dieser Spielzeit die Amtszeit endet, danke Jörg Rohde ihm für seine außergewöhnlichen und unverzichtbaren Leistungen – „Sie haben in einer ausgesprochen schwierigen Situation das Vertrauen des Ensembles in die Leitung des Hauses wieder aufgebaut und zwei erfolgreiche Spielzeiten gestaltet“.

 

Ein besonderer Dank geht an die Theaterfotografin Marlies Kross, die uns die Fotos der Veranstaltung vom 22.06.2020 zur Verfügung gestellt hat.

 

Nachbetrachtung des THEATERTREFFS mit Venira Welijan und Kai Börner vom 17. Februar 2020

Eine Liebesgeschichte dank Theater
Obwohl die Organisatoren des TRHEATERTREFFS mit einem großen Interesse gerechnet hatten, kamen so viele Theaterfreunde und Fans der beiden Künstler, dass noch zusätzlich Stühle aufgestellt werden mussten. So konnten nach den einführenden Worten des Moderators Hellmuth Henneberg über 120 Besucher das Künstlerehepaar Venira Welijan und Kai Börner mit herzlichen Beifall begrüßen.

Zu Beginn wurde Venira Welijan zu ihrer Herkunft, ihrer Kindheit und ihrer schulischen sowie beruflichen Entwicklung befragt. Sie stammt aus dem Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang in der Volksrepublik China. Die Uiguren sind eine eigene Volksgruppe mit eigener Sprache und die meisten Uiguren gehören der Religion des Islams an.

Geboren wurde Venira Welijan in Urumchi. Ihr Vater war ein hoher Richter und die Mutter leitende Angestellte in einem Unternehmen. Ihr späterer Beruf wurde ihr also nicht unbedingt in die Wiege gelegt worden. Venira gab wieder, was den Uiguren allgemein nachgesagt wird: Bevor Uiguren laufen können, können sie tanzen und bevor sie sprechen können, können sie singen. Ähnlich war es auch bei ihr. Nach der schulischen Ausbildung besuchte sie das Shen Yang Conservatory of Music in Shenyang. Sie wollte aber noch eine bessere Ausbildung als Tänzerin, insbesondere im klassischen Tanz. Sie erhielt ein Visum nach Deutschland und so studierte sie in Dresden an der bekannten Palucca Hochschule für Tanz. Das Studium schloss Venira mit dem Diplom als Bühnentänzerin ab.

Venira Welijan kam 2006 ans Cottbuser Theater und verzauberte das Publikum sehr schnell mit ihrer Ausdruckskraft und ihrer Eleganz: als die kleine Meerjungfrau, als Julia in „Romeo und Julia“, Flamenia in „Harlekin“, Norma in „Ein Tag bei Norma“, „Alice im Wunderland“ und vor kurzer Zeit als Klara in „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“. Sie tanzte in „Berührungen. Eine Balkan-Rhapsodie“, in „Purcell Pieces & Pieces of Nyman, „Chopin Imaginaire“, in „Picasso“, „Cantus“, „Juliet Letters“, um nur einige Ballette zu nennen.

Der in Karl-Marx-Stadt geborene Kai Börner hatte mit Versen und Theater erst einmal wenig am Hut. Sein Herz schlug für König Fußball, was auch heute noch der Fall ist und so kickte er auch in der theatereigenen Künstlermannschaft. Doch zurück nach Karl-Marx-Stadt. An die erfolgreich absolvierte Schlosserlehre schließt sich der obligate Dienst an der Waffe an, der Standort heißt Grenze.
Dann kommt die Wende, aus Karl-Marx-Stadt wird Chemnitz, durch mehrmaligen Hinweisen von Kumpeln treibt es den jungen Mann ans Theater der ehemaligen Bezirkshauptstadt. Dort schiebt er als Bühnenarbeiter Kulissen, hört Verse von Schiller und Goethe, sieht bekannten Schauspielern bei der Arbeit zu, erlebt ihre Wandlungsfähigkeit, wie sie Abend für Abend die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich ziehen und mit  Beifall belohnt werden. Langsam formt sich in ihm der Entschluss: Dort oben, auf den Brettern, vor den Kulissen möchtest du auch eines Tages stehen. Er bewirbt sich in Rostock an der Schauspielschule, wird angenommen, gehört zu den besten Absolventen seines Jahrgangs, geht nach Augsburg, spielt dort groß und viel, trotzdem ist’s nicht das, was er sucht. So spricht und singt er auch in Cottbus vor und wird im Jahr 2000 engagiert.
Sein Mentor ist Intendant und Schauspieldirektor Christoph Schroth, von dem Kai Börner sagt: Ich habe alles von Christoph Schroth gelernt, was ich in diesem Beruf lernen kann. Dieser würdigte ihn anlässlich einer Auszeichnung so: Kai hat viele große und extrem verschiedene Rollen gespielt. Jedes Mal mit unbedingtem Einsatz, aufs Ganze gehend, sich nicht schonend; neugierig, sensibel, ungeduldig; immer wieder fragend, sich selbst befragend; unzufrieden mit sich, Angebote machend, mit dem Partner spielend, kollegial denkend und arbeitend, und immer wieder lernend. Das Letztere ist vielleicht das Wichtigste.

Auf den Cottbuser Brettern spielte Kai Börner u.a. den Orlando in „Wie es euch gefällt“, den Hauptmann in „Die Marquise von O“, den jungen Tempelherr in „Nathan der Weise“, Felix in „Futur de luxe“, Eilif in „Mutter Courage und ihre Kinder“, Friedrich Wetter Graf vom Strahl in „Das Käthchen von Heilbronn“, Brick in „Die Katze auf dem goldenen Dach“, Macheath in „Die Dreigroschenoper“. Er war Richard III., Faust in „Faust – Der Tragödie erster Teil“, Hitler in „Mein Kampf“, Hauke Haien im „Schimmelreiter“ und überzeugte ebenso in seinen gesanglichen Partien ob in „Über sieben Betten musst du gehen“, „Wo die Sterne leuchten“ „Shockheaded Peter“ oder „Ewig jung“. Übrigens tritt er auch ab und an in einer Band auf.

Für ihre großen künstlerischen Leistungen wurden Kai Börner 2002 und Venira Welijan 2008 mit dem Max-Grünebaum-Preis ausgezeichnet

 

Nun zu der Liebesgeschichte der beiden Künstler.

Sehr bald nach ihrem Cottbuser Engagement entdeckt Kai Börner die Tänzerin Venira Welijan und ist sofort von ihrer Ausstrahlung begeistert. Sie verlieben sich und möchten dann bald auch ein Paar werden und eine Familie gründen. Im Jahr 2009 wird mit vielen Leuten im Spreeauenpark Hochzeit gefeiert – so wie es oft Theaterleute tun, in bunten und verrückten Kostümen. Eine zweite Hochzeit wurde dann in der Heimat und mit den Eltern, Verwandten, Freunden und Bekannten der Braut gefeiert. Da zu dieser Zeit in dem Autonomen Gebiet der Uiguren bürgerkriegsähnliche Zustände herrschten, war es schwierig, dort hin zu kommen und auch die Hochzeitsfeier zu organisieren und durchzuführen.

Heute hat das Paar zwei Kinder, die zweisprachig aufwachsen.

Diese Liebesgeschichte und die Hochachtung vor den künstlerischen Leistungen des Ehepaares verzaubert das Publikum des THEATERTREFFS nachhaltig. Das zeigt der große und anhaltende Applaus, der auch dem souveränen Moderator Hellmuth Henneberg gilt.

Nachbetrachtung des THEATERTREFFS mit der Schauspielerin Anne Ratte-Polle vom 16. Dezember 2019

 Freudige Wiederbegegnung
Der lang gehegte Wunsch der Organisatoren und vieler Besucher des THEATERTREFFs ging kurz vor dem Weihnachtsfest in Erfüllung – wir konnten die Schauspielerin Anne Ratte-Polle wieder in Cottbus begrüßen.

Für Anne Ratte-Polle war es ein Besuch des Theaters, an dem nach dem Studium im Jahr 1999 ihre berufliche Laufbahn als Schauspielerin begann. Sie reiste bereits am Vormittag an, um ihre ehemaligen Schauspielkollegen (Michael Becker, Kai Börner) zu treffen und sich mit ihnen über die gemeinsame Zeit in Cottbus zu unterhalten. Natürlich besuchte sie auch das Große Haus, stand im Bühnenbild von „Onkel Wanja“ noch einmal auf der Bühne und war erneut überwältigt von der schönen Architektur des Theaters.

Unvergessen hat sich Anne Ratte-Polle in der Titelrolle der Uraufführung „Effi Briest“ in der Regie von Christoph Schroth in die Herzen der Zuschauer gespielt. Ähnlich großen Eindruck hinterließ sie in der Titelrolle der „Marquise von O.“ Für beide Rollen erhielt sie im Anschluss den Förderpreis für darstellende Kunst des Landes Brandenburg. Nachhaltigen Eindruck hinterließ ebenso ihre Rolle der Inken Peters an der Seite von Horst Rehberg in „Vor Sonnenuntergang“ beim Cottbuser Publikum.

Am Abend des 16. Dezember zum THEATERTREFF im Foyer der Kammerbühne waren ca. 100 Gäste gekommen, um Anne Ratte-Polle herzlich zu begrüßen. Viele der Anwesenden hatten den weiteren Weg der Schauspielerin nach ihrer sehr erfolgreichen Zeit in Cottbus insbesondere in ihren Filmrollen im Kino und Fernsehen verfolgt. Vor Kurzem wurde im Obenkino ihr neuster Film „Es gilt das gesprochene Wort“ gespielt.

Die Moderatorin des Abends, Gabi Grube, kam sehr schnell mit der bestens aufgelegten Schauspielerin ins Gespräch. So erfuhren die Anwesenden, dass der Weg zur Schauspielerei mit einem Umweg über ein Studium „Grundschul-Lehramt“ mit Interesse an der Studienrichtung Theaterpädagogik und der Mitwirkung in verschiedenen Arbeitsgemeinschaften erfolgte. Erst als Anne einen Anschubser von der Schauspielerin Gabriele Brüning erhielt, bewarb sie sich an verschiedenen Schauspielschulen, zuerst erfolglos, dann erfolgreich an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Zum Glück war zu dieser Zeit Mario Holetzeck als Dozent an dieser Hochschule tätig. Er erkannte das große Talent von Anne und animierte sie, sich in Cottbus bei dem damaligen Intendanten und Schauspieldirektor Christoph Schroth zu bewerben. So kam sie 1999 nach Cottbus, bekam sehr schnell Hauptrollen angeboten und blieb bis 2002. Bereits während ihrer Zeit in Cottbus hatte sie die Möglichkeit, an anderen Theatern zu gastieren (Schauspielhaus Düsseldorf, Volksbühne Berlin). Nach Cottbus erhielt sie ein Engagement am Schauspiel Hannover und spielte dort in vielen unterschiedlichen Rollen und profilierte sich zu einer vielseitigen Schauspielerin, die sowohl auf Theaterbühnen als auch in Fernseh- und Kinofilmen bis heute große Erfolge feiern konnte. Seit 2005 lebt Anne Ratte-Polle in Berlin und arbeitet als freischaffende Schauspielerin. Wenn man sich die bisherige Bilanz von Anne Ratte-Polle anschaut, glaubt man nicht, dass solch eine Vielzahl von schauspielerischen Tätigkeiten in den Jahren ab 1999 möglich sind – über 50 Inszenierungen an Theatern, 19 Kino-Filme, 25 Fernsehproduktionen, dabei auch Serien, wie z.B. „Dark“ in netflix. Moderatorin Gabi Grube kann denn auch gar nicht anders, als sie fast ungläubig als workaholic zu bezeichnen. Und Anne Ratte-Polle bestätigt, dass sie sich ihren Erfolg erarbeitet hat. Dabei betont sie im THEATERTREFF immer wieder, dass ihre Zeit in Cottbus für sie sehr wertvoll und erfolgreich war. Nicht nur, dass es in Cottbus solch ein schönes Theater wie das „Große Haus“ gibt, sondern begeistert ist sie bis heute, wenn sie sich an die damalige hervorragende Arbeitsatmosphäre am Cottbuser Theater erinnert.

Im Anschluss an den offiziellen Teil des THEATERTREFFS ließen sich einige Besucher es nicht nehmen, ein Autogramm zu ihren Fotos im Buch IM RAMPENLICHT - 100 Jahre Theater am Schillerplatz in Cottbus, Autorin Birgit Mache, zu erbitten. Weitere interessante Informationen zum THEATERTREFF mit Anne Ratte-Polle findet man in dem Artikel von Frau Ingrid Hoberg in der Lausitzer Rundschau vom 21.12.2019.

Nachtrag:

Bayerischer Filmpreis für Anne Ratte-Polle
Am 17.Januar 2020 wurde Anne Ratte-Polle als Beste Schauspielerin mit dem begehrten Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Die Jury hat sie damit für ihre Rolle als Marion in dem preisgekrönten Drama von Regisseur Ilker Çatak "Es gilt das gesprochene Wort" geehrt. 
Wir, die Mitglieder des Vereins der Freunde und Förderer des Staatstheaters Cottbus e.V., gratulieren Anne Ratte-Polle ganz herzlich zu dieser Auszeichnung!

Nähere Informationen zu der Auszeichnung können Sie über den nachfolgenden Link erfahren:

https://www.br.de/nachrichten/kultur/bayerischer-filmpreis-fuer-anne-ratte-polle-und-lars-eidinger,Rnj3c73

 

Nachbetrachtung des THEATERTREFFS mit den Konzertmeistern des Philharmonischen Orchesters vom 18. November 2019

Zwei Meister der Konzerte und des Philharmonischen Orchesters 
Im wieder sehr gut gefüllten Foyer der Kammerbühne begrüßt Jörg Rohde - Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Staatstheaters Cottbus e.V. sehr herzlich die Freunde des THEATERTREFFS.

Er informiert darüber, dass wir uns als Verein wieder dem Vorhaben „Der spendierte Platz" des Staatstheaters Cottbus anschließen, um Menschen, die wegen finanzieller oder kultureller Barrieren nicht dazu in der Lage sind, in der Advents- und Weihnachtszeit einen Theaterbesuch zu ermöglichen. Er bittet die Teilnehmer, zum Abschluss des THEATERTREFFS einen Obolus in die bereit gestellte Spendenbox zu geben.

 

Der Moderator des THEATERTREFFS, Hellmuth Henneberg, begrüßt die Besucher, die beiden Gäste des heutigen THEATERTREFFS den 1. Konzertmeister, Chuanru He, und den 2. Konzertmeister,  Elgun Aghazada, und kommt in seiner charmanten Art und Weise ins Gespräch mit den beiden Musikern.

Elgun Aghazada stammt aus Aserbaidschan. Er begann bereits mit vier Jahren auf der Geige zu spielen, besuchte mit acht Jahren die Musikschule M.L. Rostropowitsch und bestritt mit elf oder zwölf Jahren schon seine erste große Konzertreise in die USA, gekrönt von einem Auftritt im Weißen Haus. Weitere Reisen z.B. nach Frankreich, Belgien, Berlin folgten. Seine nächste musikalische Etappe war Solist im Nationalen Sinfonieorchester Aserbaidschan, in dem er auch als Konzertmeister fungierte und mit dem er in mehreren Ländern auftrat. An der Hochschule für Musik und Tanz Köln/Aachen erwarb er den Master. Im Jahr 2018 wurde er 2. Konzertmeister im Philharmonischen Orchester des Staatstheater Cottbus.

Chuanru He stammt aus China und erhielt mit sechs Jahren seinen ersten Geigenunterricht in Nanjing, nach dem ihn sein Vater eine 1/8-Geige geschenkt hatte. Dank seines großen Talentes konnte er von 1998 bis 2004 seinen Geigenunterricht am Nanjing Arts Institute fortsetzen. Ab 2004 studierte er am Shanghai Conservatory of Music.
Seine erste Begegnung mit Deutschland hatte er 2009, im Rahmen eines Austauschprogrammes zwischen dem Shanghai Conservatory und der Hochschule für Musik und Theater (HfMT) Hamburg, wo er bei renommierten Professoren studieren und aufgrund seiner Leistungen im Anschluss weiter in Hamburg studieren konnte. In dieser Zeit sammelte er erste Erfahrungen als Konzertmeister im Hochschulorchester der HfMT Hamburg, später dann zwischen 2009 und 2011 als geschätzter Konzertmeister der Orchesterakademie des Schleswig-Holstein Musik Festivals. 2015 trat er die Stelle als 1. Konzertmeister des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie in Koblenz an, bevor er als stellvertretender Konzertmeister zum Sinfonieorchester Aachen wechselte.
2017 schließlich kam er zu uns ans Staatstheater Cottbus als 1. Konzertmeister des Philharmonischen Orchesters und wurde erst vor wenigen Wochen mit dem Max-Grünebaum-Preis 2019 ausgezeichnet. Als der Moderator gratulierte, applaudierte das Publikum herzlich.

In dem angeregten und sehr unterhaltsamen Gespräch zwischen Moderator und den Konzertmeistern ging es auch um die Aufgaben und die Verantwortung des Konzertmeisters. Elgun Aghazada verglich den Konzertmeister mit dem Kapitän einer Fußballmannschaft, der als rechte Hand des Trainers in der Mannschaft wirkt. Chuanru He formulierte es so, dass der Konzertmeister eine Art Vermittler zwischen dem Dirigenten und dem Orchester sei. Er gibt auch an, wie etwas gespielt werden soll, natürlich nach den Wünschen des Dirigenten. Wenn es um Einsätze geht, schauen viele Orchestermitglieder beim Spielen nicht nur auf den Dirigenten, sondern ebenso auf den Konzertmeister.

Beide Konzertmeister brachten zum Ausdruck, dass sie sehr froh sind, im Philharmonischen Orchester spielen und auch Verantwortung für die künstlerische Qualität tragen zu können. So schätzen sie auch die gute Harmonie zwischen den Mitgliedern des Orchesters.

Zum Abschluss des THEATERTREFFS überraschten die beiden Konzertmeister die Besucher mit einem kleinen Ausflug in Mozarts ZAUBERFLÖTE, bearbeitet für zwei Violinen.

 

 

 

Nachbetrachtung des THEATERTREFFS mit dem künstlerischen Betriebsdirektor und Chefdisponenten Christian Illgen vom 21. Oktober 2019

Ein weißer Mann, der singen kann 
Wieder war das Foyer der Kammerbühne gut gefüllt, um dem Gespräch zwischen dem Podiumsgast Christian Illgen und Moderator Hellmuth Henneberg aufmerksam zu folgen. Zunächst zählte der Moderator zur Begrüßung einige Details und Etappen eines überaus interessanten Lebenslaufes auf, darunter die fast zehnjährige Zeit als Mitglied des Dresdners Kreuzchores. 

Nach Abitur und Zivildienst arbeitete Christian Illgen für ein Luxustourismusunternehmen in Malaysia. Hierbei bewies er erneut, wie zuvor schon in der Schule, sein Organisationstalent. Schnell sprach sich herum, dass da, im Regenwald von Borneo, ein weißer Mann wäre, der auch singen könnte. Und so fand er sich bald in der Vorbereitung der „Millenium Jubilee Celebaration“ 2000, wo er schließlich über 1000 Schüler eines Laienchores mit Erfolg in die Anfänge des Gesangs einweihte und zum krönenden Abschluss der Jahrtausendwende zusammenführte. Das Organisieren sollte er auch in den Folgejahren zum Schwerpunkt haben, sowohl im technischen als auch im kulturellen Bereich, wo er Luxusevents bis hin zum Semperopernball, namhafte Gesangswettbewerbe und internationale Foren für Kultur und Wirtschaft organisierte und betreute und schließlich als Geschäftsführer fungierte. Die rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Grundlagen eignete er sich dazu im Fernstudium an. Nach längerer Tätigkeit in privatwirtschaftlichen Unternehmen reizte ihn eine „Kultureinrichtung in der Fläche“, z.B. das Cottbuser Theater mit seinen unterschiedlichen Sparten. Seit August 2015 meistert er nun den Spagat zwischen langfristiger Planung und kurzfristiger Reaktion auf unvorhersehbare Änderungen. Anschaulich brachte er als Beispiel den Vorlauf zu einer „Don Carlos“-Vorstellung: Am Tag der Vorstellung traf früh krankheitsbedingt die Absage der Sängerin ein. Eine russische Sängerin konnte schließlich als Einspringerin gewonnen werden, die aus Mannheim mit dem Zug verspätet in Berlin eintraf, aber den Anschlusszug nach Cottbus in Berlin nicht mehr erreichte. Christian Illgen ließ sich von der Tonabteilung eine Audioaufnahme der Inszenierung brennen, setzte sich ins Auto und holte am späten Nachmittag die Sängerin in Berlin ab. Auf der nicht langsamen Fahrt nach Cottbus hörte sich die Sängerin auf dem Beifahrersitz die Aufnahme an und sang laut ihre Partien, unterbrochen von Fragen nach Strichen. Glücklich langten beide weniger als eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Theater an und die Sängerin konnte sich noch kurz die Bühne anschauen. Die Vorstellung glückte und kaum ein Zuschauer dürfte geahnt haben, was sich in den Stunden zuvor alles ereignet hatte!

Das Gespräch drehte sich weiterhin um die Möglichkeiten und zeitlichen Grenzen von Einspringen, um das „Klappergeld“, um vorhandene oder nicht vorhandene Freiräume im Theater, um Kriterien von Absetzungen usw. Jörg Rohde bedankte sich am Ende bei den beiden Akteuren und war sich mit den anderen Besuchern einig, dass sie an diesem Abend wieder viel Neues erfahren und einige kleine Einblicke hinter die Kulissen des Theaters gewonnen hätten.

Nachbetrachtung des Theatertreffs mit Norienne Olberg, Leiterin des Kinder- und Jugendchores des Staatstheater Cottbus, vom 16. September 2019


Musikpädagogin und Motivatorin - Sie wird von den Mitgliedern des Kinder- und                                                          Jugendchores geliebt und verehrt!

Im gut gefüllten Foyer der Kammerbühne begrüßten Moderator Hellmuth Henneberg und das Publikum, darunter einige junge Chorsängerinnen, eine junge Frau, die den wenigsten Theaterbesuchern vom Namen her bekannt ist, aber eine verantwortungsvolle Tätigkeit in den Sparten Musiktheater und  Konzerte ausübt.

Sie ist Norienne Olberg, die den Kinder- und Jugendchor des Staatstheaters Cottbus seit 7 Jahren leitet.
Die verheiratete junge Frau und Mutter von zwei Kindern ist im Hauptberuf Musik- und Mathematiklehrerin an der Ludwig-Witthöft-Oberschule in Wildau.

Während der Spielzeit des Theaters fährt sie mindestens jeden Donnerstag ins Probenzentrum nach Cottbus und übt von 16:30 Uhr bis 18:00 Uhr mit den ca. 40 Mitgliedern des Kinder- und Jugendchores. Das Repertoire des Chores umfasst Opern- und Konzertliteratur bzw. Chorsinfonik.
Für die Theaterbesucher sind die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit dem Sinfonischen Orchester, den Solisten und dem Opernchor in den kommenden Inszenierungen WINTERZAUBER ZUM FEST, IM WEISSEN RÖSSL und bei OTELLO zu erleben. Bei den Chorkonzerten der Singakademie Cottbus, wie z.B. CARMINA BURANA, wirken sie seit vielen Jahren ebenfalls erfolgreich und gefeiert mit.

Der Moderator Henneberg verstand es wieder sehr gut und unterhaltsam, mit seinem Gast zu plaudern und so manche Anekdote aus dem bisherigen Leben aus ihm herauszuholen. Norienne Olberg interessierte sich bereits als Schülerin für die Musik. So lernte sie Klavier spielen und sang im international erfolgreichen Jugendchor „Die Primaner“. Ihr Traum war es ursprünglich, nach dem Abitur an der Hochschule für Musik Hans Eisler bzw. der Universität der Künste Berlin zu studieren, um eine Karriere als Sängerin zu starten. Gleichzeitig bewarb sie sich für ein Studium der Musikpädagogik an der damaligen Fachhochschule Lausitz und hat dort die Aufnahmeprüfung erfolgreich bestanden und das Studium im Sommer 2008 in Cottbus begonnen.
Nach dem Studium arbeitete sie an ihrer ehemaligen Schule, dem Georg-Friedrich-Händel-Gymnasium Berlin als Stimmbildnerin und als freiberufliche Sängerin und Musikpädagogin. Als dann auch noch ein Anruf vom Chordirektor des Staatstheaters Cottbus - Christian Möbius - kam und ihr die Stelle der Leiterin des Kinder- und Jugendchores angeboten wurde, zögerte sie zuerst: „Das kann ich doch niemals, das ist mir echt eine Nummer zu hoch!“. Zum Glück überzeugte sie aber wieder einmal ihr Mann Jan Olberg, der selbst ein international erfolgreicher Chordirigent ist. Sie sagte letztendlich in Cottbus zu.
Wenn sie über ihre Arbeit mit dem Kinder- und Jugendchor spricht, sprudeln die Worte aus ihr heraus, ihre Augen leuchten und das Publikum weiß, dass sie in dieser Tätigkeit ihre Berufung gefunden hat. Sie sagt dazu selbst – „das ist mein Leben und ich würde diese wunderbare Tätigkeit mit den Kindern und Jugendlichen um keinen Preis der Welt aufgeben“.
Als der Moderator Henneberg sich an das Publikum wendet, meldet sich auch die Chorsängerin Linda Lehmann zu Wort. Sie gehört mit ihren 17 Jahren schon zu den ältesten Mitgliedern des Chores und tritt auch erfolgreich als Solistin auf. Sie erzählt von dem erfüllten Chorleben, den einprägsamen Auftritten und von der besonderen Probenarbeit mit ihrer Leiterin und Dirigentin Norienne Olberg. Die anderen anwesenden Chorsängerinnen unterstreichen mit ihren Gesten und freudigen Gesichtern jedes der lobenden Worte.  
Ja, diese Chorleiterin wird von ihren Kindern und Jugendlichen verehrt und geliebt!
Vielleicht hat die Tätigkeit mit den Chormitgliedern auch dazu geführt, dass sich Norienne Olberg nach einigem Zögern und mit nachdrücklicher Überzeugungsarbeit auf die ausgeschriebene Stelle als Musiklehrerin an der Ludwig-Witthöft-Oberschule in Wildau bewarb, den Zuschlag erhalten hat und dann auch noch als Mathematiklehrerin tätig geworden ist.

Als ob es für eine in Vollzeit angestellte Lehrerin, mit der Chorleiterstelle in Cottbus sowie für eine Mutter mit zwei kleinen Kindern nicht schon ein ausgefülltes Leben ist, hat sich Norienne Olberg nun noch einer besonderen Aufgabe mit Kindern und Jugendlichen aus ihrer Schule und in Verbindung mit dem Kinder- und Jugendchor des Staatstheaters Cottbus gestellt:
Durch ihre Initiative ist gemeinsam mit weiteren vier Bündnispartnern, darunter auch die Oberschule aus Wildau und der Verein der Freunde und Förderer des Staatstheaters Cottbus e.V., ein großes Projekt für das Staatstheater Cottbus entstanden. Dieses Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Förderprogrammes „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ mit einer Fördersumme von 103.620,09 Euro gefördert. Das Projekt mit dem selbstgewählten Titel „100 Stimmen: ein musikalisches Kaufhausspektakel“ wird mit über 100 Kindern und Jugendlichen in dieser Spielzeit durchgeführt. Viele Projektteilnehmer sind bildungsbenachteiligt oder kommen aus sozial benachteiligten Familien. Die für das Projekt gewonnene Regisseurin Franziska Guggenbichler-Beck gab den Anwesenden des Theatertreffs einen kleinen Einblick in die Vorhaben des Projektes. Das Ergebnis des Projektes wird im Juni 2020 in der Kammerbühne und im Volkshaus in Wildau präsentiert.
Zum Abschluss des Theatertreffs hat Norienne Olberg noch Werbung in eigener Sache für ihren Chor gemacht. Interessierte und sangesfreudige Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren können gern zum unverbindlichen Kennenlernen in eine der Proben kommen, die in der Spielzeit des Theaters immer donnerstags von 16:30 Uhr bis 18:00 Uhr im Probenzentrum des Staatstheaters Cottbus in der Lausitzer Straße stattfinden.

Nachbetrachtung des Theatertreffs mit Tontechnikern des Staatstheaters Cottbus vom 27. Mai 2019

Ohne Tontechniker, keine Aufführung im Theater!
Im gut gefüllten Foyer der Kammerbühne ging es bei dem letzten Theatertreff in der Spielzeit 2018/2019 um den „guten“ Ton im Theater.

In einer kurzweiligen Plauderei der Moderatorin Gabi Grube mit den beiden Tontechnikern Sebastian Thoss und Ron Petraß wurde allen Zuhörern sehr schnell klar, dass ohne Mitwirkung von Tontechnikern keine Aufführungen aus allen Bereichen des Theaters (Schauspiel, Musik, Ballett und Konzert) möglich wären.

Zu Beginn des Abends wollte die Moderatorin wissen, wie man Tontechniker wird und wie die beiden Gäste zum Theater gekommen sind.

Sebastian Thoss, der als Leiter Tontechnik im Theater arbeitet, war 10 Jahre als Gitarrenlehrer tätig, spielte in Bands, war im Glad House Cottbus tätig und musste dort oft als Tontechniker aushelfen. Er erlernte nebenbei den Beruf des Veranstaltungstechnikers mit der Spezialisierung Tontechnik. Über eine Ausschreibung kam er dann im Jahr 2013 ans Staatstheater Cottbus.

 

Ron Petraß erlernte den Beruf des Mediengestalters Bild und Ton und hat am Staatstheater eine 50%-Stelle im Bereich der Tontechnik.

Er ist aber auch als erfolgreicher Unternehmer mit Filmproduktionen und Fotografie tätig. In Cottbus und darüber hinaus ist er mit seinem sehr gelungenen Imagefilm der Stadt Cottbus bekannt geworden.

 

Im Theater sind die Videoaufnahmen aller Inszenierungen, Videoeinspielungen, wie z.B. in der Oper „Der fliegende Holländer“ und besonders aber die Werbetrailer für viele Inszenierungen des Theaters Schwerpunkte seiner Tätigkeit.

 

So müssen die Tontechniker bei der Entstehung der Inszenierungen frühzeitig mit den Bühnenbildnern, Regisseuren, Dramaturgen, Schauspielern, Solisten, Dirigenten und Musikern zusammenarbeiten, um den richtigen Ton vor und hinter der Bühne zu finden. Bedingt durch die Architektur des Großen Hauses ist es oft nicht einfach bei Inszenierungen, die ohne Verstärkung der Musik bzw. Stimme nicht auskommen, für alle Besucherplätze eine optimale Hörqualität zu erreichen.

Die Videoaufnahmen des Repertoires werden auch benötigt, um bei Ausfall von Schauspielern oder Sängern, den oft kurzfristig eingesetzten Ersatzkünstlern die Einstudierung des Stückes erleichtern zu können.

An Hand von einigen Beispielen wurde den Gästen des Theatertreffs der Einsatz der Videotechnik und verschiedenen Videoaufnahmen von den Sparten des Theaters vorgestellt.

 

Am Ende des Theatertreffs war es allen Zuhörern klar, wie wichtig die Mitarbeiter/innen des Theaters sind, die hinter der Bühne und oft nicht wahrnehmbar für die Zuschauer agieren, für einen gelungenen Theaterabend sind.

Nachbetrachtung des Theatertreffs mit der Tänzerin Greta Dato vom 08. April 2019

Große Vorfreude auf diesen besonderen THEATERTREFF lag schon länger in der Luft und war dann auch fast greifbar im vollbesetzten Foyer der Kammerbühne zu spüren.
Der Vorsitzende des Fördervereins, Jörg Rohde, begrüßt die Primaballerina auf Italienisch. 

Die Moderation übernimmt am Abend Dirk Neumann, dem es auch zu verdanken ist, dass diese außergewöhnliche Tänzerin für einige Jahre ihr Können in Cottbus gezeigt und ihr Publikum begeistert hat.

Gemeinsam mit ihrem Bruder Davide Dato begann sie schon mit vier Jahren zu tanzen – Salsa, Mambo und Hip-Hop. Nach einer klassischen Ausbildung erhielt sie ihr erstes Engagement am Baletto di Milano und arbeitete dort u.a. mit den Choreografen Giorgio Madia und Adriana Mortelliti zusammen.

Anschaulich schildert Dirk Neumann die Not, als die Hauptpartie in der Cottbuser Inszenierung „Romeo und Julia“ aus Verletzungsgründen sehr schnell umbesetzt werden musste. Auch Romeo war schon völlig verzweifelt, da zur nächsten Vorstellung seine Familie extra aus Australien angereist war. Giorgio Madia, der inzwischen bereits in Cottbus choregrafiert hatte, vermittelte in der letzten Minute. Der damalige Assistent des Ballettmeisters holte Greta vom Berliner Bahnhof ab, ohne zu wissen, wie die Tänzerin aussieht, nur mit einem großen Schild mit dem Namen Greta Dato, ein Schild, das Dirk Neumann noch einige Jahre in seinem Büro aufbewahrte. Erst hier, wenige Tage vor der Übernahme der Hauptrolle, wurde Greta klar, dass sie in einer völlig anderen Choreografie einspringen musste, aber das war letztendlich kein Problem mehr. Der Julia folgten Solorollen in den Choreografien „Pieces of Nyman” von Adriana Mortelliti, „Purcell Pieces” von Nils Christe, „Rachmaninow-Suite“ von Uwe Scholz, „SYNC“ von Nils Christe, Sybil in „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Lode Devos. Für ihre Rolle als Odette in der Uraufführung „Schwanenseele“ von Gundula Peuthert wurde sie in der Fachzeitschrift TANZ als „Tänzerin des Jahres“ nominiert und 2016 erhielt sie den begehrten Max-Grünebaum-Preis.

Die Besucher an diesem Abend spüren, dass Cottbus einen besonderen Platz im Herzen von Greta Dato behalten hat. Und wie nah die Erinnerung ist, sieht man bei den Einspielungen mehrerer kleiner Ausschnitte aus verschiedenen Inszenierungen, die Greta an der Seite mitverfolgt und scheinbar in Gedanken mittanzt. Im guten Deutsch mit charmantem italienischen Akzent verzaubert die zierliche Tänzerin, wenn sie von den immer neuen Herausforderungen wie auch von den verschiedenen Handschriften der Choreografen erzählt. Ihre Preise und Auszeichnungen wertet Greta als Auszeichnung für die gesamte Compagnie, denn Tanz basiert auf Können und Vertrauen.

Nun ist sie seit über zwei Jahren in Wiesbaden am Hessischen Staatstheater, in einer größeren Ballettsparte mit 28 Tänzern, so dass immer auch Zweit- bzw. Drittbesetzung möglich sind – traumhafte Zustände für Ballettdirektor Dirk Neumann. Jörg Rohde dankte der Solotänzerin sowie Moderator und Ballettdirektor Dirk Neumann für den interessanten Abend. Aber auch Greta Dato dankt herzlich dafür, dass der Förderverein sie zu einem Besuch nach Cottbus eingeladen hatte.

Fotos: Birgit Mache, Greta Dato

 

Nachbetrachtung des Theatertreffs mit dem Schauspieler Rolf-Jürgen Gebert vom 18. Februar 2019

Die Organisatoren des THEATERTREFFs waren sich darüber im Klaren, dass die Plätze im Foyer der Kammerbühne knapp werden, wenn ein Urgestein des Cottbuser Theaters, wie der Schauspieler Rolf-Jürgen Gebert, als Gast eingeladen wird. Der Andrang am Abend war dann doch so groß, dass für die über 120 Besucher noch Stühle aufgestellt werden mussten.

Bevor der Gast auf die Bühne geholt wurde, ergriff der Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Staatstheaters Cottbus e.V., Jörg Rohde, das Wort und verwies darauf, dass an diesem Abend das einjährige Jubiläum des neuen Formates des THEATERTREFFs mit der wechselseitigen Moderation von Gabi Grube und – neu seit einem Jahr von Hellmuth Henneberg –, und der Unterstützung sowie Organisation durch Birgit Mache vom Staatstheater gefeiert werden kann. Jörg Rohde und Rüdiger Albert dankten Hellmuth Henneberg und Birgit Mache und in Abwesenheit Gabi Grube für ihre sehr erfolgreiche Tätigkeit für das Gelingen der THEATERTREFFs.

Dann war es soweit, Hellmuth Henneberg bat unter tosendem Applaus den Schauspieler Rolf-Jürgen Gebert zum Gespräch auf das Podium. Herzlich begrüßte der Moderator auch die Eltern des Schauspielers. Schnell wurde den aufmerksamen Zuhörern klar, dass der Lebensweg von Rolf-Jürgen Gebert nicht für das Theater vorbestimmt war. Er machte in Neubrandenburg die Lehre zum Instandhaltungsmechaniker mit Abitur und wollte dann eigentlich an der anerkannten TU Dresden studieren. Sein Vater Gottfried Gebert war seit Jahren erfolgreicher Schauspieler am Theater in Cottbus und seine Mutter Margot am selben Haus Souffleuse im Musiktheater. Er selbst stand als Kind als Statist auf der Bühne und lernte während verschiedener Praktika in den Ferien viele Abteilungen des Theaters hinter der Bühne kennen. So überlegte er, ob er nicht vielleicht doch lieber Schauspieler werden wolle und bewarb sich erfolgreich für ein Schauspielstudium an der Staatlichen Schauspielschule Berlin, das er 1979 abschloss.
Sein erstes Engagement führte ihn an das Landestheater Halle. Als Peter Sodann dort ein Jahr später neuer Schauspieldirektor wurde, war schnell klar: „Mit uns beiden wird das nichts.“ Gern wäre er an das Theater in Schwerin gegangen, um mit dem damals schon bekannten Intendanten Christoph Schroth zu arbeiten, hatte jedoch keinen Erfolg mit seiner Bewerbung.  So kam 1981 ein Angebot aus Stralsund gerade richtig, und er konnte sich am dortigen Theater in vielen Rollen weiterentwickeln und als Schauspieler reifen. Natürlich verfolgten seine Eltern in Cottbus seine Entwicklung sehr aufmerksam und Rolf-Jürgen Gebert kam gern zu Besuch nach Cottbus. 1986 erhielt er ein Engagement am selben Theater, in dem sein Vater seit vielen Jahren als Schauspieler tätig war. Er bekam schnell interessante Rollen, wie 1987 den Drachentöter in „Der Drache“ von Jewgeni Schwarz (darauf wird er heute noch angesprochen). Von besonderer Bedeutung war ihm der McMurphy in „Einer flog über das Kuckucksnest“ 1988. In diesem Stück durfte er gemeinsam mit seinem Vater spielen, obendrein lief es sehr lange erfolgreich in Cottbus.
Schwierig wurde es für Rolf-Jürgen Gebert, als 1992 Christoph Schroth als Intendant ans Staatstheater Cottbus kam und einige seiner Schauspieler aus Schwerin mitbrachte. Gebert spricht im THEATERTREFF sehr offen über diese Zeit. Im Gespräch machte Schroth ihm klar: „Sie werden bei mir nicht in der ersten Reihe spielen.“ Aber er ermöglichte ihm auch, am Theater unbefristet zu bleiben. So spielte er unter anderem Teddy in „Red Ryder“ 1993 oder Barry in der lang erfolgreich gespielten Komödie „Ladies Night“ 2006. Neue Aufgaben gab es für Rolf-Jürgen Gebert, als Mario Holetzeck 2008 Schauspieldirektor am Cottbuser Theater wurde. In der Rolle des Dr. Thomas Stockmann im „Volksfeind“ konnte er erneut zeigen, was er als Schauspieler drauf hat und erhielt hierfür hervorragende Kritiken.
An diesem Abend wird beeindruckend deutlich, dass Gebert ein leidenschaftlicher Schauspieler ist und die Bretter, die die Welt bedeuten, liebt. Aber er engagierte sich neben seinem Beruf schon frühzeitig auch für seine Kolleginnen und Kollegen als Vorsitzender des Personalrates, als Sportverantwortlicher und als Spartenvertreter.
Enttäuschung hörte man aus seinen Worten heraus, als er über „Das Cotttbus-Projekt“ aus dem Jahr 2015 spricht, das die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Stadt Cottbus und der Menschen behandelte – und von dem Ausbleiben der Cottbuser und besonders der Rathausspitze.
Mit dem neuen Schauspieldirektor Jo Fabian ab der Spielzeit 2017/2018 kamen für das Schauspielensemble andere Herausforderungen. Die Art und Weise, wie dieser Aufführungen erarbeitet, würden im Ensemble gut angenommen, so Rolf-Jürgen Gebert. Er wäre auch gern bei „Onkel Wanja“ von Jo Fabian besetzt gewesen.
Gefragt nach seinen besonderen Rollen der letzten Jahre kommen nach kurzer Überlegung folgende Antworten:
Gewalttätiger Conny in „Wie im Himmel“ 2010
Graf von Gloster in „König Lear“ 2010
Jo Keller in „Alle meine Söhne“ 2012 über das Verdrängen (Könnte ich jemand umgebracht haben?)
Larsson in „Pippi Langstrumpf“ 2015

Gruppenführer Erhardt in „Sein oder Nichtsein“ 2015

 

Rolf-Jürgen Gebert hat gut in den laufenden Inszenierungen der Schauspielsparte zu tun, so z.B. in „Brassed Off – Mit Pauken und Trompeten“, in „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ und derzeit bei der Erarbeitung „Der Besucht der alten Dame“.

 

Theaterinteressierte können über den nachfolgenden Link zur Website des Staatstheaters Cottbus mehr über den Schauspieler Rolf-Jürgen Gebert lesen.

 

https://www.staatstheater-cottbus.de/mitarbeiter/rolf-juergen-gebert/