Kein Spielbetrieb am Staatstheater Cottbus im Mai | Probenbetrieb läuft weiter | Konzerte beim AutoKinoFestival geplant

Probenimpression für die Inszenierung „Shakespeares Sonette“ mit Tänzerin Emily Downs (vorn) und Tänzer Simone Zannini Foto:Marlies Kross

Das Staatstheater Cottbus rechnet angesichts anhaltend hoher Inzidenzzahlen auch im
Mai nicht mit der Möglichkeit einer Öffnung und sagt daher alle geplanten Veranstaltungen
auch für den kommenden Monat ab.

Die Hoffnung auf einen Spielbetrieb noch in dieser Saison bleibt weiterhin bestehen. Sobald sich die Chance dafür eröffnet, soll diese schnellstmöglich genutzt werden.


Intendant Stephan Märki sagt dazu: „Theater lebt von Empathie, Lebensfreude, der Fähigkeit, neue und andere Perspektiven wahrzunehmen. Das ist in der Pandemie nicht verschwunden, es scheint beständig im Alltag auf. Genau so sind auch wir als Theaterschaffende weiterhin da: bereiten uns vor und hoffen voller Vorfreude, unserem Publikum bald wieder persönlich gegenüberzustehen.“


Fortsetzung des Probenbetriebs
Seit Anfang März probieren alle Sparten des Theaters unter Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen und unterstützt durch regelmäßigen Testungen. Das Musiktheater,
das Philharmonische Orchester und der Opernchor haben inzwischen die Proben für die Operette „Die lustige Witwe“ abgeschlossen und die Aufführung unter der musikalischen Leitung von Johannes Zurl und in der Regie von Felix Seiler zur Premierenreife gebracht.

Im Schauspiel probt das Team um den renommierten italienischen Regisseur Antonio Latella für die Inszenierung „Zorro/Wonder Woman“.

Das Ballett hat mit der Arbeit an „Shakespeares Sonette“ begonnen. Gemeinsam mit Choreograf Jörg Mannes begeben sich die Tänzer*innen auf die Suche nach Abgründen und Höhepunkten in den berühmten Versen. Die Produktion arbeitet mit neuartiger Licht- und Videotechnik, die mit der körperlichen Interpretation perfekt korrespondieren wird.


Zwei Konzerte beim Lausitzer AutoKinoFestival
Zu Pfingsten wird das Staatstheater Cottbus beim Lausitzer AutoKinoFestival 2021 präsent sein. Es bringt die weite Welt der klassischen Musik in die eigenen vier Autowände.
„In 80 Minuten um die Welt – Von Moskau bis New York“ reisen die Zuschauer*innen mit dem Philharmonischen Orchester unter Leitung von GMD Alexander Merzyn am Pfingstsonntag, 23. Mai 2021, 16 Uhr. Dabei erklingen Kompositionen von Richard Strauss, Pjotr I. Tschaikowski und Jim Parker.
Christian Möbius dirigiert am Pfingstmontag, 24. Mai 2021, 16 Uhr, die Damen und Herren des Opernchores. Bei dem Programm „Opernchöre – Von Verdi bis Tango“ sind auch Solist*innen des Musiktheaterensembles zu hören, begleitet von Christian Georgi am Klavier. (Tickets unter Tel. 0355/481555 und www.autokinofestival.de)

Das Philharmonischen Orchester im Stream

GMD Alexander Merzyn Foto: Ron Petraß

In gleich zwei Konzerten präsentiert sich das Philharmonische Orchester des Staatstheaters Cottbus auf einer neuen Bühne: Im Stream, auf Video und im Radio erobern sich die Musiker unter der Leitung von GMD Alexander Merzyn in Pandemiezeiten den Raum für die Musik zurück.

 

So erscheint auf dem Youtube-Kanal des Staatstheaters Cottbus erstmals eine komplette, aufwändig produzierte Konzertaufzeichnung. Der Stream ist ab Donnerstag, 1. April 2021, 19.30 Uhr, kostenfrei für alle zugänglich.
Auf dem Programm steht Ludwig van Beethovens berühmte 5. Sinfonie, die sogenannte  „Schicksalssinfonie“, in der sich der Komponist angesichts seiner einsetzenden Ertaubung aus Nacht und Qualen in c-Moll zu strahlendem C-Dur-Jubel durchringt. Gegen widrige Schicksalsschläge gewinnt die Musik.


Eine Woche später, am Donnerstag, 8. April 2021, 20.03 Uhr, geht in Kooperation mit rbbKultur ein zweites Konzert an den virtuellen Start. Der eigens angefertigte Videomitschnitt wird als Stream kostenlos auf dem Youtube-Kanal des Staatstheaters und auf der Webseite des rbbKultur zu sehen sein. Gleichzeitig erfolgt die Radioübertragung bei rbbKultur.


Johannes Brahms‘ Akademische Festouvertüre, Edvard Griegs Klavierkonzert a-Moll, die Ouvertüre de l’Homme Tel von Heitor Villa-Lobos und Alberto Nepomucenos in Deutschland nahezu unbekannte Sinfonie in g-Moll lassen auch in Pandemiezeiten ein Gefühl von großer weiter Welt aufkommen – von Deutschland über Norwegen bis nach Brasilien.
Auch für den Solisten des Abends ist Internationalität Programm: Der junge, vielfach ausgezeichnete Pianist Joseph Moog (u.a. „Young Artist of the Year“ beim Gramophone Classical Music Award 2015) ist ein gern gesehener Gast auf den großen Konzertbühnen von Mailand bis New York. Beim Cottbuser Publikum hat er sich im Januar 2013 mit einer virtuosen Brahms-Interpretation bereits einen wohlklingenden Namen gemacht.
Mit Griegs Klavierkonzert in a-Moll stellt er nun ein weiteres Mal seine besondere Einfühlungsgabe
für die Musik der Romantik unter Beweis.

Die musikalische Leitung liegt wiederum in den Händen von GMD Alexander Merzyn.

Information zu einem Projekt des Staatstheaters Cottbus mit Kindern und Jugendlichen

 

Kinder und Jugendliche, die bisher keinen oder nur wenig Kontakte zum Theater haben, ist es schwierig für das Theater zu interessieren, besonders wenn diese mit Bildungsbarrieren konfrontiert sind, weil sie in sozialen, finanziellen oder bildungsbezogenen Risikolagen aufwachsen.

Um den Zugang zum Theater für diese Gruppen von Kindern und Jugendlichen interessant zu gestalten und somit zu erleichtern, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein spezielles Förderprogramm mit dem Titel "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" mit einer 100 %-iger Förderung aufgelegt.

 

Das Staatstheater Cottbus hat sich mit Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer des Staatstheaters Cottbus e.V. über den Deutschen Bühnenverein im Jahr 2019 mit einem interessanten Projektvorschlag um Fördermittel bemüht. Dank der Mitwirkung weiterer Kooperationspartner, wie die Ludwig Witthöft Oberschule Wildau, KJV e.V. und die Freie Musik- und Kulturakademie Wildau gGmbH wurde maßgeblich von der musikalischen Leiterin des Kinder- und Jugendchors des Theaters, Norienne Olberg, das Projekt "100 Stimmen: ein musikalisches Kaufhausspektakel" ausgearbeitet, eingereicht und durch die Jury für so gut befunden, dass recht schnell ein Zuwendungsbescheid ausgestellt  und das Projekt mit über 100 Kinder und Jugendlichen im Alter von 10 -17 Jahren aus Wildau und Cottbus im September 2019 begonnen werden konnte. 

Leider haben dann auch die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie dafür gesorgt, dass die meisten  Projektinhalte nicht in der geplanten Form durchgeführt werden konnten. Aber Norienne Olberg hat mit der Regisseurin, Franziska Guggenbichler Beck, und weiteren Mitgestaltern das Projekt so umgestaltet, dass aus dem Kaufhausspektakel ein virtueller Auftritt entstehen wird.

 

Das rbb-Fernsehen hat das Projekt vom Beginn an begleitet und nun ist daraus eine sehenswerte und interessante Reportage entstanden, die zeigt, wie durch Optimismus, Kreativität, Teamgeist, Improvisation und Motivation die Projektverantwortlichen und die beteiligten Projektteilnehmer ein Projekt in schwierigen Zeiten zu einem guten Ende gebracht werden kann. Diese Reportage von Wolfgang Albus ist zugleich ein Zeitdokument für die Schwierigkeiten im Bereich der Kultur- und Projektarbeit während der Corona-Pandemie.

 

Das rbb-Fernsehen zeigte diese Reportage am 23.01.2021 und am 28.01.2021.

Diese Reportage kann auch später auch in der rbb-Mediathek über den nachfolgenden Link angeschaut werden.

https://www.ardmediathek.de/rbb/video/dokumentation-und-reportage/100-stimmen-das-kaufhausmusical/rbb-fernsehen/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZGUvZG9rdS8yMDIwLTEyLTIwVDAzOjA1OjAwX2EyODA5MDljLWQ2NjEtNDc4Yy1iNWM2LWJmMTEzMmE4OTRjOC8xMDAtc3RpbW1lbi1fLWRhcy1rYXVmaGF1c211c2ljYWw/

 

Das Projekt „100 Stimmen: ein musikalisches Kaufhausspektakel“ wird gefördert durch „Zur Bühne“ das Förderprogramm des Deutschen Bühnenvereins im Rahmen von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“